Klinisch-theoretische Institute

Institut für Allgemeinmedizin

Direktorin:

  • Prof. Dr. med. Hanna Kaduszkiewicz


Das Institut für Allgemeinmedizin betreut mit elf Lehrbeauftragten (seit dem WS 2010/2011) die Studierenden im 9., 10. und 11. Semester. Die universitäre Lehre zur Allgemeinmedizin hat vor allem die Aufgabe, Studierende der Medizin schon früh mit den besonderen Bedingungen der hausärztlichen Grundversorgung vertraut zu machen. Studierende haben so die Gelegenheit, unter Praxisbedingungen die für eine Allgemeinpraxis typischen Patienten/-innen kennen zu lernen.

Die Lehrangebote in der Allgemeinmedizin werden zudem durch mehrere Gastvorlesungen erweitert und bereichert. Für das Blockpraktikum und Praktisches Jahr stehen landesweit 80 Akademische Lehrpraxen zur Verfügung.

Allgemeinmedizin in der Lehre versteht sich als Bindeglied zwischen Hochschulmedizin und Basisversorgung der Bevölkerung. Diese Aufgabe ist auch deshalb sehr wichtig, weil mehr als 50 Prozent der Deutschen mindestens einmal im Jahr ihren Hausarzt aufsuchen.

 

Institut für Epidemiologie

Direktor:

  • Prof. Dr. Wolfgang Lieb

Das Institut für Epidemiologie verbindet genetisch-epidemiologische und klassisch-epidemiologische Forschung im Kontext chronischer Erkrankungen.


Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Bereich der Entzündungserkrankungen und der Herzkreislauferkrankungen. Eine wesentliche Forschungsressource stellt die Biobank popgen dar, die im Institut für Epidemiologie angesiedelt ist.

Die CAU und das Institut für Epidemiologie beteiligen sich gemeinsam mit der Universität zu Lübeck an der Nationalen Kohorte (NaKo). Die NaKo-Studie ist eine deutschlandweit angelegte Bevölkerungsstudie, mit der die Ursachen häufiger Zivilisationskrankheiten untersucht werden, um mittelfristig gezieltere Strategien zur Vorbeugung, Früherkennung und Therapie entwickeln zu können.

Institut für Experimentelle Medizin

Direktorium:

  • Prof. Dr. John Baines - Evolutionäre Genomik
  • Prof. Dr. Alena Buyx (stellv. Sprecherin) - Medizinethik
  • Prof. Dr. Stefan Ehlers - Molekulare Entzündungsmedizin
  • Prof. Dr. Christoph Kaleta - Medizinische Systembiologie
  • PD Dr. Andreas Koch - Sektion Maritime Medizin
  • Prof. Dr. Andreas Tholey (Sprecher) - Systematische Proteomics und Bioanalytik

     

    Das Institut für Experimentelle Medizin (IEM) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wurde im Rahmen der Exzellenzinitiative "Inflammation at Interfaces" gegründet und um eine Arbeitsgruppe Medizinethik erweitert.

    Es nimmt eine Vielzahl von Aufgaben im Bereich der Forschung und Lehre wahr. Durch seine inhaltliche und methodische Ausrichtung ist es eine wichtige Schnittstelle zwischen experimenteller und translationaler Forschung und damit zwischen Labor und Klinik. Dadurch agiert das IEM im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „alterungsabhängige Mechanismen der Manifestation von Erkrankungen“ übergreifend über die drei Profilbereiche Entzündung, Neurologie und Onkologie.

    Im thematischen Fokus des IEM stehen Untersuchungen des Einflusses von sogenannten "environmental factors" auf die Pathophysiologie und Pathogenese von Erkrankungen (u.a. chronische Entzündungen, Infektionen, Autoimmun- und Krebserkrankungen), also des Einflusses des Mikro- und Makromilieus auf den menschlichen Organismus.

    Sektion für Evolutionäre Medizin

    Leiter:

    • Prof. Dr. John Baines

    Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie

    Direktor:

    • Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Ingolf Cascorbi


    Das Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie befasst sich mit der Erforschung der Pharmakogenomik und -epigenomik von Arzneimittelmetabolismus und -membrantransport sowie den Mechanismen der Schmerzentstehung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Analyse molekularer Interaktionen und Funktionskontrolle und der pharmakologischen Therapie neurodegenerativer Erkrankungen sowie der Organprotektion durch Antihypertensiva.

    Das Institut ist in den Exzellenzcluster 'Inflammation at Interfaces', das Krebszentrum Nord/Comprehensive Cancer Center, die P2N-Biobank sowie verschiedene internationale Netzwerke wie das dänisch-deutsche InterRegIV-Projekt MoMoTx und das International Severe Adverse Events Consortium (iSAEC) eingebunden. Am Institut besteht eine Einheit für Klinische Studien der Phase I.

    Schwerpunkte der Krankenversorgung sind die Pharmakotherapieberatung für Ärzte/Ärztinnen und Apotheker/-innen, insbesondere bezüglich Wechselwirkungen und unerwünschten Wirkungen von Arzneimitteln sowie die pharmakogenetische Diagnostik.

    Institut für Experimentelle Tumorforschung

    Direktor:

    • Prof. Dr. Susanne Sebens


    Das Institut für Experimentelle Tumorforschung (IET) wurde 2009 als Teil des Krebszentrum Nord im Rahmen der Bewerbung um ein onkologisches Spitzenzentrum gegründet.

    Das IET umfasst mehrere Arbeitsgruppen, die sich mit unterschiedlichen Themen der experimentellen Tumorforschung beschäftigen. Das Institut stellt somit eine wichtige Schnittstelle zwischen experimenteller und translationaler Forschung und damit zwischen Labor und Klinik dar.

    Die onkologische Biobank BMB-CCC wird gemeinsam mit der Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie und dem Institut für Pathologie betrieben und ist Mitglied im zentralen Biobanken-Netzwerk P2N der Medizinischen Fakultät. Das Netzwerk P2N wird in der nationalen Biobanken Initiative vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

    Das IET pflegt enge Kooperationen mit einer Vielzahl von Instituten und Kliniken sowie mit dem Imagingzentrum MOIN-CC. Das IET ist ferner am Exzellenzcluster 'Inflammation at Interfaces' sowie führend am Kiel Oncology Network (KON) beteiligt und damit eine Plattform des universitären Forschungsschwerpunkts Kiel Life Science (KLS).

    Institut für Humangenetik

    kommissarische Direktorin:

    • PD Dr. med.Almuth Caliebe

    Das Institut für Humangenetik stellt gemeinsam mit dem assoziierten Fachbereich Humangenetik des MVZ Kiel die fachärztliche humangenetische Versorgung für weite Teile Schleswig-Holsteins sicher. Dies umfasst das komplette Spektrum der Humangenetik von der klinischen Genetik über die genetische Beratung bei monogen, multifaktoriell und epigenetisch bedingten Erkrankungen und zu Fragen der Pränataldiagnostik  bis zur humangenetischen Labordiagnostik einschließlich Zytogenetik, Molekularzytogenetik, Molekulargenetik und Epigenetik. Die komplette Labordiagnostik ist nach DIN EN ISO 15189 akkreditiert.

    Überregionale Schwerpunkte in der Krankenversorgung liegen in der molekularzytogenetischen und Array-basierten Diagnostik bei Fehlbildungs-/Retardierungssyndromen und in der genetischen Beratung bei familiären Tumorerkrankungen. Das Institut betreibt international ausgewiesene Referenzlabore für tumorgenetische Analysen unter anderem bei Lymphomen und Leukämien.

    Das Institut für Humangenetik ist mit seinen Forschungsagenden zur somatischen Genetik (inkl. Tumorgenetik), zur Identifizierung von Krankheitsgenen (z.B. bei Epilepsien), zur epigenetischen Determinierung von Phänotypen sowie zur individualisierten Prävention und Therapie in die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Fakultät und in Forschungsnetzwerke von BMBF, EU und Deutscher Krebshilfe eingebunden. Es koordiniert einen der deutschen Beiträge zum Internationalen Krebsgenom-Konsortium (International Cancer Genome Consortium, ICGC) und leitet Teilprojekte im Humanen Epigenom-Konsortium (IHEC), im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) und im Netzwerk „Imprinting-Erkrankungen“. Darüber hinaus ist es in Netzwerke zur Systembiologie insbesondere bei malignen Lymphomen eingebunden.

    Neben der curricularen Ausbildung von Studierenden der Medizin sowie Biochemie/Molekularbiologie und Medical Life Sciences bietet das Institut für Humangenetik auch die volle Weiterbildung zum Facharzt für Humangenetik für Ärzte/Ärztinnen sowie zum Fachhumangenetiker für Naturwissenschaftler/-innen.

    Institut für Immunologie

    Direktor:

    • Prof. Dr. Dieter Kabelitz


    Das Institut für Immunologie forscht auf den Gebieten der zellulären und molekularen Immunologie. Im Fokus stehen dabei Wege der Signalweiterleitung in Zellen und die Funktionsanalyse von humanen Immunzellen. Wissenschaftler/-innen sind am Exzellenzcluster `Inflammation at Interfaces´ beteiligt. Das Institut betreibt als zentrale Plattformen die durchflußzytometrische Zellsortierung sowie die Proteomanalyse mittels differentieller 2D-Gelelektrophorese.

    In der Krankenversorgung übernimmt das Institut die durchflußzytometrische Labordiagnostik für das UKSH. Ferner betreibt das Institut eine Ambulanz für Paare mit Kinderwunsch bei immunologisch mitbedingter Infertilität und führt hier eine Immuntherapie durch.

    Institut für Infektionsmedizin

    Direktor:

    • Prof. Dr. Helmut Fickenscher


    Das Institut für Infektionsmedizin ist aus dem 1888 gegründeten Hygiene-Institut der CAU entstanden. In der mittelbaren Krankenversorgung steht das gesamte Spektrum der integrierten klinischen Infektionsdiagnostik zur Verfügung. Dies schließt auch die infektiologische Beratung ein.

    Die Forschungsschwerpunkte sind die molekulare Biologie von Infektionen mit Herpesviren oder Hepatitisviren, dadurch ausgelöste entzündliche Reaktionen sowie antiinfektive Abwehr-Mechanismen und Therapie-Strategien.

    Institut für Klinische Chemie

    Direktor:

    • Prof. Dr. med. Ralf Junker


    Das Leistungsspektrum des Instituts für Klinische Chemie beinhaltet alle modernen laboratoriumsmedizinischen Verfahren. In enger Kooperation mit den anderen Einrichtungen des campusübergreifenden Diagnostikzentrums am UKSH wird eine vollumfängliche medizinische Laboratoriumsdiagnostik für die Kliniken und externe Einsender von Laborproben gewährleistet.

    Das Institut verfügt darüber hinaus über vier Spezialbereiche, die sich durch eine besondere technische Leistungsfähigkeit und die dazu gehörige fachliche Expertise auszeichnen: Gerinnungsdiagnostik, Autoimmundiagnostik, Therapeutisches Drug-Monitoring und Klinische Molekularbiologie.

    Die Forschung in der Klinischen Chemie ist anwendungszentriert und hat sowohl die kontinuierliche Qualitätssicherung als auch eine weitere Verbesserung der Labordiagnostik zum Ziel. Darüber hinaus betreiben Wissenschaftler/-innen an der Klinik Grundlagenforschung mit den Schwerpunkten Hämostaseologie, Autoimmunerkrankungen und Gesundheitsökonomie.

    Institut für Klinische Molekularbiologie

    Direktor/en:

    • Prof. Dr. Stefan Schreiber
    • Prof. Dr. Philip Rosenstiel
    • Prof. Dr. Andre Franke


    Das Institut für Klinische Molekularbiologie (IKMB) beschäftigt sich mit der klinischen Umsetzung von molekularbiologischen Forschungsansätzen aus den Bereichen der chronisch-entzündlichen Erkrankungen und der Altersforschung. Zur wissenschaftlichen Strategie des Instituts gehören hierbei die Bewertung genetischer Varianten und epigenetischer Veränderungen auf Ebene der DNA, die systematische Bewertung transkriptioneller Regulation, die Analyse von Veränderungen auf Proteinebene und das funktionelle Verständnis von relevanten genetischen Signalen. Ein wichtiger Fokus ist hierbei die Charakterisierung der physiologischen und pathologischen Interaktion zwischen epithelialen Barriereorganen und besiedelnder mikrobieller Flora (Mikrobiom). Ziel ist es, Forschungsergebnisse in neue, innovative Therapien zu überführen.

    Das Institut ist in die beiden Exzellenzcluster 'Inflammation at Interfaces' und 'Future Ocean', in das BMBF e:Med Netzwerk für System Medizin sowie in weitere Forschungsverbünde von BMBF (IHEC, ICGC), DFG (GRK 1743, SFB877) und EU eingebunden. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Biobank Popgen und dem Exzellenzzentrum Entzündungsmedizin, wodurch eine patientennahe Forschung gewährleistet wird.

    Seit Anfang 2012 nimmt das IKMB Aufgaben in der Krankenversorgung des UKSH im Bereich der molekulargenetischen Diagnostik wahr und ist in dieser Funktion dem Diagnostikzentrum und dem Institut für Klinische Chemie angegliedert.

    Institut für Medizinische Informatik und Statistik

    Direktor:

    • Prof. Dr. Michael Krawczak


    Das Institut für Medizinische Informatik und Statistik wurde 1964 gegründet. Inhaltlich liegen die Schwerpunkte in den Bereichen  Biometrie, medizinische Statistik und Epidemiologie, insbesondere in der genetischen Epidemiologie und der Populationsgenetik.

    Als wissenschaftliches Fachinstitut ist die Medizinische Informatik und Statistik in die Lehre der Medizinischen Fakultät eingebunden. Zusätzlich bietet es Dienstleistungen auf dem Gebiet der Anwendung und Entwicklung biometrischer und epidemiologischer Verfahren an.

    Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie

    Direktoren:

    • Prof. Dr. Michael Siniatchkin


    Das Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie ist seit 1987 dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, zugeordnet. Seit 1972 bildet das Institut Studierende der Medizin in den Fächern Medizinische Psychologie sowie Medizinische Soziologie aus.

    Die wissenschaftlichen Schwerpunkte beziehen sich auf grundlagenorientierte biopsychologische Untersuchungen zur Informationsverarbeitung des Gehirns in den Bereichen Schmerz, Psychotraumatologie und Verhaltensstörungen im Kindes- und Jugendalter. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Entwicklung und empirischen Evaluation von verhaltensmedizinischen Präventionsprogrammen bei verschiedenen Erkrankungen wie Kopfschmerz, ADHS, Adipositas.

    Institut für Pathologie

    Direktor:

    • Prof. Dr. med. Christoph Röcken


    Das Institut für Pathologie ist ein national und international renommiertes Institut, dem die Sektion für Hämatopathologie mit dem Kieler Lymphknotenregister, die Sektion für Kinderpathologie mit dem Kieler Kindertumorregister und das Amyloid Register Kiel angehören.

    Der Forschungsschwerpunkt des Instituts ist die Pathologie und Pathogenese maligner Tumoren des Erwachsenen- und Kindesalters. Die Forschung ist darauf ausgerichtet, die Früherkennung maligner Tumoren mit nichtinvasiven Methoden zu verbessern sowie das biologische Verhalten (Prognose) und Therapie-Ansprechen (Prädiktion, Patienten-individualisierte Therapie) maligner Tumoren besser vorhersagen zu können.

    Das Institut deckt in der Krankenversorgung das gesamte Spektrum der modernen universitären Pathologie ab. Dazu gehören die Histopathologie, Zytopathologie, Immunpathologie, Molekularpathologie und Obduktionspathologie. Es umfasst die gesamte Zell- und Gewebe-basierte Diagnostik menschlicher Erkrankungen und natürlich auch den Einsatz molekularer Diagnostik für die Lenkung zielgerichteter Therapien.

    Das Amyloid Register Kiel widmet sich den konformationellen Erkrankungen. Es sammelt und dokumentiert Fälle mit Amyloidose für Forschungszwecke, um neue Diagnose- und Klassifkationsmethoden zu entwickeln und die Therapie der Amyloidosen zu verbessern.

     

    Sektion Hämatopathologie

    Leiter:

    • Prof. Dr. Wolfram Klapper


    Die Sektion Hämatopathologie und Lymphknotenregister ist die Geburtsstätte der Kiel-Klassifikation durch Professor Karl Lennert, der ersten modernen Klassifikation maligner Lymphome. In der Sektion werden Erkrankungen des Blutes, Knochenmarkes und des lymphatischen Gewebes mit modernsten histopathologischen und molekularpathologischen Methoden diagnostiziert und erforscht.

    Die Sektion ist ein vom Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. benanntes Referenzzentrum für alle Lymphomstudien der Deutschen Studiengruppen sowie die leitende Referenzpathologie für pädiatrische Non-Hodgkin-Lymphome (NHL-BFM), das Europäische Mantelzelllymphom Netzwerk und die Deutsche Studiengruppe für niedrig maligne Non-Hodgkin-Lymphome (GLSG).
     

    Sektion Kinderpathologie

    Leiter:

    • N.N.

     

    Die Sektion Kinderpathologie beherbergt das Kindertumorregister der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH). Dieses nationale Referenzzentrum wurde 1977 gegründet und hat seither knapp 50.000 Tumorproben begutachtet und wissenschaftlich untersucht.

    Jährlich werden hier ca. 1.800 solide Tumoren des Kindes- und Jugendalters von Patientinnen und Patienten untersucht, die überwiegend im Rahmen der Therapieoptimierungsstudien der GPOH behandelt werden, aber auch in zunehmender Zahl aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland stammen. Dazu kommt eine steigende Zahl von Weichteilsarkomen des Erwachsenenalters. Die Tumorproben werden nach den gültigen Klassifikationen stadiengerecht eingeordnet und zusätzlich im Rahmen von biologischen Begleitprogrammen der Therapieoptimierungsstudien untersucht. Im Fokus stehen hier die Weichteilsarkome, insbesondere Rhabdomyosarkome, Nephroblastome, maligne Lebertumoren sowie Keimzelltumoren, die jeweils hinsichtlich ihrer molekulargenetischen Heterogenität und Expression von therapierelevanten Proteinen analysiert werden. Das Kindertumorregister wird von der Deutschen Krebshilfe finanziell unterstützt.

    Institut für Rechtsmedizin

    Direktorin:

    • Prof Dr. med. Johanna Preuß-Wössner


    Das erste Institut für Gerichtliche Medizin in Kiel entstand im Jahre 1906 und war im Pathologischen Institut eingerichtet. Seit 1964 ist das Institut für Rechtsmedizin in einem eigenen Gebäude untergebracht. Im Jahre 2000 wurden die Institute für Rechtsmedizin in Kiel und Lübeck zusammengelegt und versorgen das öffentliche Gesundheitswesen, die Polizei und Justiz in ganz Schleswig-Holstein mit rechtsmedizinischen Dienstleistungen. Dazu gehören Sektionen, Verletzungsbegutachtungen, Leichenschauen, toxikologische und DNA-Untersuchungen.

    Die Forschungsschwerpunkte sind die Untersuchung von Alterungsprozessen auf molekularbiologischer und Protein-Ebene, die Wirkung und Genetik von Drogen sowie die Thematik „Ärztlicher Behandlungsfehler und iatrogener Schaden“. Das Institut für Rechtsmedizin ist Gründungsmitglied der Graduiertenschule „Human Development in Landscape“ der CAU.

    Institut für Sexualmedizin und forensische Psychiatrie und Psychotherapie

    Direktorin:

    • Prof. Dr. med. Aglaja Stirn


    Das Institut für Sexualmedizin und forensische Psychiatrie und Psychotherapie ist dem Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP) angegliedert. Im Institut werden Patienten/-innen mit folgenden Störungen behandelt:

    • sexuelle Funktionsstörungen bei Männern und Frauen (z. B. sexuelle Lustlosigkeit, Erektionsstörungen, Lubrikationsstörungen, Vaginismus, vorzeitiger Samenerguss, Orgasmusstörungen, gesteigertes sexuelles Verlangen) auch aufgrund von körperlicher Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Parkinson, Hormonerkrankungen oder aufgrund von Partnerschaftsproblemen
    • Geschlechtsidentitätsstörungen (Transsexualität, Transvestitismus, Störungen der Geschlechtsidentität im Kindesalter)
    • Probleme bei der Findung der sexuellen Identität (sog. Coming-Out-Probleme)
    • abweichende sexuelle Neigungen (Paraphilien, wie z. B. Pädophilie, Exhibitionismus oder Fetischismus)
    • sexuell übergriffiges Verhalten (Stalking, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung)


    Forschungsbereiche des Instituts sind einerseits die biopsychosozialen Grundlagen der menschlichen Sexualität und andererseits die Ursachen sexueller Störungen, die zum großen Teil noch unverstanden sind. Im Zentrum unserer Forschungsarbeit stehen derzeit neurowissenschaftliche Untersuchungen zur Pädophilie sowie der Einfluss höherkortikaler Verarbeitungsprozesse auf die sexuelle Reizverarbeitung. Letzteres könnte helfen, eine ganze Reihe von klinischen Ausprägungen der menschlichen Sexualität, von der Prostitutionsbereitschaft über sexuelle Funktionsstörungen bis hin zu sexuell übergriffigen Verhalten, zu erklären. Die Untersuchungen werden mittels psychologischer Fragebögen, Reaktionsmessungen am Genital (Phallometrie und Vaginoplethysmographie) sowie EEG und MRT durchgeführt.

    Für Studierende der Medizin, Rechtswissenschaften, Psychologie, Erziehungswissenschaften und Biologie bietet das Institut vier Vorlesungen an: Allgemeine und Forensische Sexualmedizin (Teil 1 und 2), biopsychosoziale Grundlagen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität (Teil 1 und 2). Studierende der Medizin und der Psychologie können durch die zusätzliche Teilnahme an zwei Seminaren (Therapie sexueller Störungen, Teil 1 und 2) und einer erfolgreich bestandenen mündlichen Prüfung ein Zeugnis im Zertifikatsstudium Sexualmedizin erhalten.

    Institut für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler

    Direktor:

    • Prof. Dr. Edmund Maser


    Das Institut für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler ist das einzige universitäre Institut für Toxikologie in Schleswig-Holstein. Neben Stellungnahmen zu aktuellen Schadstoffproblemen in den Medien werden im Institut intensive Forschung und Lehre betrieben.

    Die Schwerpunkte der Forschung fokussieren sich auf molekulare Ursachen von Erkrankungen durch Schadstoffe, wobei auch genetische Prädispositionen und Lebensstilfaktoren berücksichtigt werden.

    Durch intensive Einwerbung von Forschungsgeldern verfügt das Institut über modernste Methoden und Geräte sowie hoch qualifizierte Wissenschaftler/-innen, die weltweit vernetzt sind. In der Lehre werden alle ökotoxikologischen und humantoxikologischen Themen für Mitglieder der Medizinischen und der Naturwissenschaftlichen sowie der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät vermittelt.