Institut für Sexualmedizin und forensische Psychiatrie und Psychotherapie

Direktorin:

  • Prof. Dr. med. Aglaja Stirn


Das Institut für Sexualmedizin und forensische Psychiatrie und Psychotherapie ist dem Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP) angegliedert. Im Institut werden Patienten/-innen mit folgenden Störungen behandelt:

  • sexuelle Funktionsstörungen bei Männern und Frauen (z. B. sexuelle Lustlosigkeit, Erektionsstörungen, Lubrikationsstörungen, Vaginismus, vorzeitiger Samenerguss, Orgasmusstörungen, gesteigertes sexuelles Verlangen) auch aufgrund von körperlicher Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Parkinson, Hormonerkrankungen oder aufgrund von Partnerschaftsproblemen
  • Geschlechtsidentitätsstörungen (Transsexualität, Transvestitismus, Störungen der Geschlechtsidentität im Kindesalter)
  • Probleme bei der Findung der sexuellen Identität (sog. Coming-Out-Probleme)
  • abweichende sexuelle Neigungen (Paraphilien, wie z. B. Pädophilie, Exhibitionismus oder Fetischismus)
  • sexuell übergriffiges Verhalten (Stalking, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung)


Forschungsbereiche des Instituts sind einerseits die biopsychosozialen Grundlagen der menschlichen Sexualität und andererseits die Ursachen sexueller Störungen, die zum großen Teil noch unverstanden sind. Im Zentrum unserer Forschungsarbeit stehen derzeit neurowissenschaftliche Untersuchungen zur Pädophilie sowie der Einfluss höherkortikaler Verarbeitungsprozesse auf die sexuelle Reizverarbeitung. Letzteres könnte helfen, eine ganze Reihe von klinischen Ausprägungen der menschlichen Sexualität, von der Prostitutionsbereitschaft über sexuelle Funktionsstörungen bis hin zu sexuell übergriffigen Verhalten, zu erklären. Die Untersuchungen werden mittels psychologischer Fragebögen, Reaktionsmessungen am Genital (Phallometrie und Vaginoplethysmographie) sowie EEG und MRT durchgeführt.

Für Studierende der Medizin, Rechtswissenschaften, Psychologie, Erziehungswissenschaften und Biologie bietet das Institut vier Vorlesungen an: Allgemeine und Forensische Sexualmedizin (Teil 1 und 2), biopsychosoziale Grundlagen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität (Teil 1 und 2). Studierende der Medizin und der Psychologie können durch die zusätzliche Teilnahme an zwei Seminaren (Therapie sexueller Störungen, Teil 1 und 2) und einer erfolgreich bestandenen mündlichen Prüfung ein Zeugnis im Zertifikatsstudium Sexualmedizin erhalten.