HNO: Kopf-Hals-Karzinome und deren Korrelationen mit humanen Papillomviren

An der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie existiert seit ca. 20 Jahren eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Untersuchung und Charakterisierung von Kopf-Hals-Karzinomen und deren Korrelationen mit humanen Papillomviren (HPV) beschäftigt.

Die Arbeitsgruppe gehört weltweit mit zu den ersten, die HPV-Infektionen in Karzinomen außerhalb des Anogenitaltraktes nachgewiesen haben (1-3). Es sind seither wichtige Arbeiten entstanden, die zum Verständnis der genauen Rolle von HPV in Kopf-Hals-Karzinomen beitragen. Neben epidemiologischen Aspekten ist insbesondere definiert worden, welche molekularbiologischen Untersuchungen zur exakten Diagnostik aktiver, also kausaler HPV-Infektionen führen (4).

Es ist der Arbeitsgruppe kürzlich gelungen zu entschlüsseln, welche bis dahin unverstandenen Mechanismen dazu führen, dass Raucher typischerweise HPV-negative Kopf-Hals-Karzinome entwickeln, während Nichtraucher von HPV-getriebenen Karzinomen betroffen sind: Durch Rauchen wird demnach ein Schutzprotein (die Antileukoproteinase SLPI) in den Schleimhäuten der Luft- und oberen Speisewege heraufreguliert, welches dann HPV von den zellulären Modulatoren verdrängt, die zu einer erfolgreichen HPV-Infektion der humanen Mucosa führen. Bei Nicht-Rauchern hingegen sind diese Modulatoren offen für eine Bindung mit HPV (5-7), wodurch eine erfolgreiche Infektion wahrscheinlicher wird. Die genauen Mechanismen, die hinter diesen Erkenntnissen stecken, sind gegenwärtig Gegenstand intensiver Forschung.

Wesentliche Publikationen:
1. Hoffmann M, et al. (1998) Acta Otolaryngol. 118(1):138-144.
2. Hoffmann M, et al. (2010). Int J Cancer. 127(7):1595-1602.
3. Hoffmann M, et al. (2005). Acta Otolaryngol. 125(4):415-421.
4. Hoffmann M, et al. (2012). Cancer Lett. 323(1):88-96.
5. Cordes C, Häsler R, …, Hoffmann M, Schreiber S, Ambrosch P. (2011). Int J Oncol. 39(1):185-191
6. Hoffmann M, et al. (2013). Oncol Rep. 29:1962-1968.
7. Quabius ES,… , Hoffmann M. (2013). Int J Cancer. 2013  doi: 10.1002/ijc.28462.

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Markus Hoffmann

Prof. Dr. med Markus Hoffmann


Institut/Klinik: Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, UKSH Campus Kiel

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