HNO: Therapeutische Wirksamkeit von monoklonalen Antikörpern bei Kopf-Hals-Karzinomen

 

Die Arbeitsgruppe von PD Dr. Görögh befasst sich mit molekularbiologischen Untersuchungen an Kopf-Hals-Karzinomen und entwickelt Strategien zur therapeutischen Wirksamkeit von monoklonalen Antikörpern. Die Untersuchungen beinhalten unter anderem die Identifizierung und funktionelle Analyse von differentiell exprimierten Genen in Kopf-Hals-Karzinomen im Vergleich zum normalen Phänotyp. Dies schließt Nachweis, Klonierung, Transfektion und funktionelle Charakterisierung von Genregionen und Proteinen ein, die an Einzelschritten der Transkription beteiligt sind.

Diese Analysen liefern uns Voraussetzungen für das Verständnis von Prozessen, die Genexpression beeinflussen können. Insbesondere die Analyse spezifischer Regionen von überexprimierten Genen bei Kopf-Hals-Karzinomen hat unsere Kenntnisse über molekulare Vorgänge, die mit der malignen Entartung zusammenhängen, erweitert.

Unter einer Vielzahl von Genen, die bei Kopf-Hals-Karzinomen überexprimiert oder reprimiert sind, liegt unser Fokus gegenwärtig auf dem  Lysyloxidase-4-Gen (LOX4), dessen Überexpression durch die Bindung spezifischer Transkriptionsfaktoren im regulatorischen Bereich des Gens verursacht wird (1, 2). LOX4 hat eine funktionelle Bedeutung bei der Tumorinvasion, die durch Aktivierung des FAK/Src-Komplexes erklärt wird. Die Expression von LOX4 ist signifikant korreliert mit dem Tumor- und dem Nodalstadium (3). Es ist uns gelungen, monoklonale anti-LOX4-Antikörper (mAk) herzustellen, um ihre therapeutische Wirksamkeit an Kopf-Hals-Karzinom-Zelllinien und SCID-Maus-Xenograft-Tumoren zu prüfen.

Es wurden folgende Parameter überprüft: a) Entwicklung des Tumors im Versuchstier, b) Erkennung genotypischer Merkmale des Karzinoms mit den initial verabreichten Karzinomzellen, c) Verhalten des Karzinoms im Versuchstier nach der Applikation des Antikörpers. Die Untersuchungen ergaben, dass der anti-LOXL4-mAK sowohl in-vitro als auch in Maus-Xenograft-Experimenten deutliche Antitumor-Wirksamkeit aufweist. Die Wirkungsweise des Antikörpers und seine Spezifität für Kopf-Hals-Tumore verschiedener Lokalisationen sind Gegenstand weiterer Untersuchungen.

1. Görögh T, et al. (2007). J Pathol. 212:74–82
2. Görögh T, et al. (2008). Int. J Oncol.  33:1091-1098, 2008
3. Weise JB,....Görögh T. (2008). Eur J Cancer  44:1323-1331

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Bei Interesse an einer Promotions- oder Habilitationsarbeit wenden Sie sich bitte an:
  • PD. Dr. rer. nat. Tibor Görögh


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