Forschungsschwerpunkt: Überlebens- und Ausbreitungsstrategien von Hirntumoren

Chemokine sind eine Gruppe von chemotaktischen Peptiden, welche eine essentielle Rolle für die Wanderung von Zellen, aber auch für ihr Überleben und ihre Proliferation spielen. Entdeckt wurden sie als chemotaktische Faktoren für weiße Blutkörperchen, jedoch steuern sie auch die Entwicklung anderer Zelltypen, z. B. im Gehirn, und sind an vielen pathologischen Prozessen beteiligt.

Wir untersuchen die Rolle von Chemokinen in Tumoren,  insbesondere ihren Einfluss auf das Tumorwachstum und die Tumor-Invasion von Tumoren des Nervensystems (z.B. den hochmalignen Glioblastomen) und Tumoren, die ins Nervengewebe metastasieren (z.B. Mammakarzinome, Melanome). Ein besonderer Fokus liegt für uns in der Untersuchung zweier neuer Mechanismen der Signaltransduktion, die durch membranständige Chemokine vermittelt wird („reverse“ und „inverse“ Signaltransduktion) sowie die zellulären Effekte, die hierdurch in den Tumorzellen auf der einen und in den gesunden Zellen auf der anderen Seite hervorgerufen werden.

Dieses Projekt erfolgt in engerer Kooperation mit Prof. Dr. Dr. Held-Feindt aus der Klinik für Neurochirurgie, ebenso wie weitere Projekte zu Interaktionsstrategien von Tumorzellen mit ihrer Umgebung, z.B. mit tumorassoziierten Mikroglia/Makrophagen oder im Hinblick auf Tumorzellen mit großem Migrations-/Invasionspotential („Guerillazellen“). Weitere Kooperationen im UKSH bestehen u.a. mit Prof. Dr. S. Boretius (MOIN CC, Bildgebung von Tumorzellen), Prof. Dr. Susanne Sebens (Institut für Experimentelle Medizin, Tumor-Stroma-Interaktion) sowie Dr. J. Richter und Prof. Dr. R. Siebert (Institut für Humangenetik, Methylierungsmuster von Glioblastomen).

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